Zell am Neckar... ...mehr als nur ein Stadtteil von Esslingen
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Der verschwundene Bach

Das Teufelsbrückle, dort wo der Forstbach oder auch Zeller Bach aus dem Schurwald austritt, ist das erste Brückenbauwerk das der Bach auf seinem heute ca. 4 km langen Weg bis zum Neckar hin durchfließt. Das Teufelsbrückle war einst eine richtige Brücke mit aus Buchstein gemauerten Brückenbögen. Heute fließt der Bach durch ein großes Betonrohr. Es wurde mit Erdreich überdeckt, asphaltiert und links und rechts mit einer Mauer versehen. Fertig ist die Brücke.

 

Danach geht es durch das Gewand Klingenäcker in Richtung Zell. Fließgeschwindigkeit und Wasserqualität des Baches sind gleichermaßen hoch. In diesem Abschnitt trifft man noch auf inzwischen selten gewordene, geschützte Wasserlebewesen. Auf einer Lichtung mit Streuobstwiesen kommt dann die zweite Brücke, die wohl ein Stücklesbesitzer mit der Hand am Arm selber gezimmert hat.

 

Kurz vor Zell gibt es dann noch eine gemauerte Brücke mit einem Rundbogen. So soll das oben erwähnte Teufelsbrückle auch einmal ausgesehen haben. Wenige Meter weiter verschwindet der Bach zum ersten Mal in den Untergrund. Damit ist dann Schluss mit der
Bachromantik. In einem Betonrohr geht es unter der Forststraße durch.

 

Danach geht es durch das Gewand Klingenäcker in Richtung Zell. Fließgeschwindigkeit und Wasserqualität des Baches sind gleichermaßen hoch. In diesem Abschnitt trifft man noch auf inzwischen selten gewordene, geschützte Wasserlebewesen.

 

Auf einer Lichtung mit Streuobstwiesen kommt dann die zweite Brücke, die wohl ein Stücklesbesitzer mit der Hand am Arm selber gezimmert hat.
Kurz vor Zell gibt es dann noch eine gemauerte Brücke mit einem Rundbogen. So soll das oben erwähnte Teufelsbrückle auch einmal ausgesehen haben.

 

Wenige Meter weiter verschwindet der Bach zum ersten Mal in den Untergrund. Damit ist dann Schluss mit der Bachromantik. In einem Betonrohr geht es unter der Forststraße durch.

 

Dann tritt der Bach links der Straße wieder ans Tageslicht, um heute gleich danach wieder im Untergrund zu verschwinden. Er bildet hier den Feuerlöschteich, aus dem die Feuerwehr bei Bränden das Löschwasser holte. Außerdem speiste der Bach die gegenüberliegende Brunnenstube aus der die Zeller bis 1908 ihr Brauchwasser schöpften. Erst danach wurden Wasserleitungen in die Häuser gelegt.

 

In Zell angekommen floss der Bach offen in der Mitte der Straße. Ihm verdankt die Bachstraße ihren Namen. An deren Ende floss der Bach oberirdisch in Richtung Oberesslingen, wo er in den Neckar mündete.

 

Der offene Bachlauf brachte nicht nur hygienische Probleme. Er führte auch zu einem regen Brückenbau. Zwischen der Brunnenstube am Ende der Forststraße bis hin zum Hohlbrunnen, der am Ortsrand Richtung Oberesslingen stand, gab es 26 Fußgängerbrücken, die den Bach querten.

 

Es waren aber keine einfachen Holzdielen, so wie sie von den beiden Schlingeln Max und Moritz, beim Lehrer Lempel in Wilhelm Buschs Buch, angesägt wurden. Die Zeller Brücken und Stege bestanden aus Eisenträgern, die meist mit Beton ausgegossen wurden.

 

Die größte Brücke, die auch Fahrzeuge verkraftete, führte von der Wilhelmstraße über die Bachstraße. Sie existierte aber immer nur
während der Dauer des Kinderfests, damit der Festumzug trockenen Fußes von der einen zur anderen Seite der Bachstraße kam. War das Kinderfest vorbei, wurde die Brücke wieder abgebaut.
Fuhrwerke, die danach die Straße überqueren wollten, mussten die dortige Furt benutzen. Weitere Furten gab es am Ende der Forststraße zum Hangelstein und im Bereich der heutigen Volksbank. Eine auf Dauer bestehende Brücke, die auch Fahrzeugen standhielt, gab es in der Hauptstraße beim Konsum für die Anlieferung der Waren.

 

Die Eindolung des Bachs erfolgte 1953 in der Bachstraße und 1959 in der Hauptstraße. Damit war die Zeit der 26 Fußgängerbrücken in Zell beendet. Der Bach verschwand am Feuersee aus dem Ortsbild und setzte seinen Weg im Untergrund in Richtung Neckar fort. Heute erinnert in der Bachstraße ein kanalisierter kleiner Wasserlauf an den Bach, der das frühere Ortsbild geprägt hat.

 

Eindolung des Zeller Baches 1953:

 

2010 wurde der Bach, der am Rand des Industriegebiets südlich der Bahnlinie in Richtung Oberesslingen zum Neckar floss, aus seinem Kanalbett befreit und renaturiert. Mit dieser lobenswerten Maßnahme sollen, wie auf den dortigen Informationstafeln zu lesen ist, die Bürgerinnen und Bürger entlang  es Fuß- und Radwegs den Forstbach nun hautnah erleben. Wie dieses Erleben trotz zahlreicher Putzaktion oft aussieht, lässt an der Vernunft so mancher Zeitgenossen Zweifel aufkommen. Hier kommt einem das bekannte Zitat von Albert Einstein in den Sinn: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht so ganz sicher.“

Die Renaturierung 2012 erfolgte aufgrund einer Initative von BUND und NABU

 

Mündung des Zeller Baches in den Neckar, unterhalb der Dieter Roser Brücke

 

 

Brücken in Zell am Neckar vor der Eindolung des Zeller Baches vom Feuersee bis zum Hohlbrunnen:

 

 

Hans-Joachim Bosse und Dieter Volk, aktuelle Bilder: Hans-Joachim Bosse, Werner Barth

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