Zell am Neckar... ...mehr als nur ein Stadtteil von Esslingen
Zell am Neckar......mehr als nur ein Stadtteil von Esslingen

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Zwischen Überangebot und Mangel

Auto-Ort Zell

Was Ende des 19. Jahrhunderts von Carl Benz, Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Ferdinand Porsche mit der Tüftelei an Autos begann, hat Baden-Württemberg zum Auto-Land werden lassen. 30% der Industrieumsätze stammen aus der Autoproduktion. Etwas über 203.000 Arbeitnehmer verdanken der Herstellung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze. Kaum ein anderer Wirtschaftssektor ist so exportorientiert wie die KFZ-Industrie.

 

Allerdings brechen für das Auto neue Zeiten an.
Auch Zell drückt die Automobilwirtschaft einen unübersehbaren Stempel auf. Man muss lange suchen, bis man einen Ort in der Größe von Zell findet, der eine solche Vielfalt an KFZ-Betrieben aufweist wie Zell.

 

Wer von Esslingen nach Zell unterwegs ist, fährt an mehr Autos als an Menschen vorbei. Es beginnt mit Toyota. Älteren ist dieser Betrieb noch als Fiat-Vogel bekannt. Ebenfalls in der Hauptstraße ist der JP Autohandel angesiedelt. Im Industriegebiet südlich der Bahnlinie ist die Mercedes-Niederlassung der Firma Jesinger, in der Fritz-Müller-Straße. In der Alleenstraße wird bei Hahn der Audi verkauft. Ebenfalls in der Alleenstraße ist die Volvo-Vertretung vom Autohaus Groß. Knapp außerhalb der Zeller Ortsgrenze, noch in Sichtweite, sind Vertretung
von BMW und Opel.

 

Mit den Zeller Autokäufern allein können die vielen KFZ-Betriebe bestimmt nicht überleben. So haben auch die früher am Ort existierenden zwei Tankstellen ihren Betrieb eingestellt. Aus dem Bilderfundus von Heinz Häfele stammt ein Bild aus der Hauptstraße mit einem Hinweisschild auf die dortige Tankstelle. Benzin kostete 0,50 DM, Super 0,58 DM und Diesel 0,50 DM pro Liter. Preise, aus den Anfängen der
1950er Jahre. Die damals auf den Tankstellenschildern genannten Spritpreise hatte von 1948 bis 1957 Bestand. Heute ändern sich die Spritpreise pro Tag mindestens zweimal. Wenn die 0,50 DM pro Liter Ben-
zin angesichts der heutigen Preise billig erscheinen, darf man die Löhne einst und jetzt nicht außeracht lassen. Für eine Tankfüllung (40 Liter) ging 1950 4,7% des Monatslohns drauf. Heutzutage muss man nur 2,3% seines Monatslohns für die gleiche Menge Sprit hinblättern.

 

An Friseuren mangelt es auch nicht
In früheren Jahren hatten in Zell zwei Friseure mit dem Haareschneiden ihr Auskommen. Heute sind es derer fünf, die in der Hauptstraße, in der Bachstraße und im Einkaufmarkt in der Alleenstraße ihr Handwerk betreiben. Außerdem lassen sich wohl einige Zellerinnen und Zeller ihr Haar in der nahen ehemaligen Reichsstadt ihr Haar stylen.

 

Zur optischen “Aufhübschung“ kann man sich in Zell jetzt auch tätowieren lassen. Ob der Tattoo-Shop mit den Ur-Zellern allein sein Brot verdient, mag dahingestellt sein. Anders sieht es da mit dem Nagelstudio aus, das auch von Ur-Zellerinnen frequentiert wird.

 

Postamt – Fehlanzeige
Irgendwann um die Jahrtausendwende hat das Postamt in der Wilhelmstraße seine Schalter geschlossen. Eigentlich war das Amt auch durch diverse Firmenkunden gut frequentiert. Danach gab es zeitweise eine kleine Poststelle beim Bahnhof, die aber auch nicht mehr ist. Ausgedünnt wurden auch die Briefkästen. Der letzte steht am Bahnhof.

 

Der Vorletzte hing am alten Rathaus. Als dort für einen neuen Anstrich ein Gerüst aufgebaut wurde, verschwand der Briefkasten. Als das Gerüst dann verschwunden war, wurde er nicht wieder aufgehängt. Briefmarken kauft man heute beim Bäcker in der Hauptstraße oder im Kiosk im Markt in der Alleenstraße, wo man auch seine Post aufgeben kann.

 

Die Postzustellung ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Montags wird
Briefpost nur in Ausnahmefällen ausgetragen. Den Sparmaßnahmen ist auch die noch lange nach der Eingemeindung betriebene örtliche Verwaltungsstelle der Stadt zum Opfer gefallen. Man muss jetzt in die Stadt. Bürgernähe sieht anders aus. Besser sieht es da noch bei den Banken aus. Im Umkreis von weniger als 50 Metern gibt es drei Bank-Filialen.

 

Lebensmittel
Für Ältere ohne Auto ist ein Großeinkauf im Markt in der Alleenstraße nur schwer machbar. Der einst in der Bachstraße angesiedelte Markt erwies sich wohl unrentabel, weil ein Großteil der motorisierten Zeller außerhalb einkaufte. Er wurde geschlossen. Erfreulich ist, dass es noch zwei Bä-
cker, einen Metzger und einen Gemüseladen am Ort gibt. Speziell für die ältere Bevölkerung hat die Apotheke in der Hauptstraße einen besonderen Stellenwert. Dies gilt auch für die ärztliche Versorgung. Eine Allgemeinmedizinerin und zwei Zahnärzte haben am Ort ihre Praxen. Aus der Zeit, als Zell noch zwei Lebensmittelgeschäfte hatte, sind das Blumengeschäft Lang und das Juweliergeschäft Witzig übrig geblieben.

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