Zell am Neckar... ...mehr als nur ein Stadtteil von Esslingen
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Die katholische Kirche in Zell

"Zur Heiligsten Dreifaltigkeit"

In der Kreisbeschreibung des Landkreises Esslingen von 1845 tauchen im Bericht über die Ortschaft Zell die ersten katholischen Einwohner auf. Durch die Vertreibung und Flucht als Folge des verlorenen Krieges zählte Zell 1954 bereits 550 katholische Gemeindeglieder unter den insgesamt 2372 Einwohnern. 1964 übersprang Zell die Viertausend-Einwohner- Hürde. Die katholische Kirchengemeinde dürfte zu diesem Zeitpunkt über 1.000 Mitglieder gezählt haben.

 

Vor dem Krieg besuchten die Zeller Katholiken das 1933 in Oberesslingen, Ecke Hasenrainweg/Albertusweg, erbaute “Holzkirchle“. Die ersten katholischen Gottesdienste nach dem Krieg erforderten Geschick im Improvisieren. Erste Gottesdienste in Zell wurden im Gasthaus zur Linde und Grundschule abgehalten. Es gab auch eine mobile Kirche, den Kappellenwagen in Form eines Busses mit zeltartigem Vorbau. Der Schulhof diente dabei als Parkplatz. Auch die evangelische Kirche stellte ab 1955 ihre Kirche für die katholischen Gottesdienste zur Verfügung. Mit dem Neubau des Schulhauses fanden ab 1959 die Gottesdienste im Musiksaal statt.

 

Verständliches Ziel der Zeller Katholiken war jedoch der Bau eines eigenen Gotteshauses. Um das zu erreichen wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der Spenden für einen Kirchenbau sammelte. Auch der Name der künftigen Kirche “Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ entstand in einer Sitzung des Kirchenbauvereins. Über den künftigen Standort gab es unterschiedliche Meinungen zwischen Tal- und Halbhöhenlage. Auf Letztere einigte man sich dann. Als Standort war ein Grundstück westlich des Aifenwegs vorgesehen. Die Untersuchungen des Baugrunds ergaben Knollenmergel, bei dem Rutschungen zu befürchten waren. Bei den Planungen der Größe für die neue Kirche legte man die bauliche Entwicklung der Gemeindeverwaltung zu Grunde, nach der ein großes Baugebiet vom Hangelstein nach Kimmichsweiler und Oberhof bis nach Oberesslingen entstehen sollte. Für Zell erwartete man über 4.000 Katholiken.

 

Das großzügig angedachte Neubaugebiet wurde später aufgegeben. Auf dem neuen und heutigen Standort im Hangelstein wurde dann am 13. Juni 1965, am Dreifaltigkeitsfest, der erste Spatenstich vorgenommen. Geplant wurde der Kirchenbau von Architekt Berthele aus Altbach. Geweiht wurde das 400 Sitzplätze bietende Gotteshaus am 12. März 1967. Unter dem Kirchenschiff sind ein Gemeindesaal mit 150 Sitzplätzen und zwei Jungendräume. Auf den Bau eines Kirchturms wurde aus Kostengründen verzichtet. Das Pfarrhaus fand später in der Böhmerwaldstraße seinen Platz.

Von außen betrachtet sieht die mächtige Kirche, die den Hangelstein dominiert, wie ein Schiff aus, das mit seinem Bugspriet zum Tal zeigt.

 

Im Inneren fühlen sich die Besucher durch die Art der Dachkonstruktion wohl eher in einem Zelt, das aber durch die großzügige, farbig getönte Fensterwand Offenheit nach außen zeigt. Mit Farbeffekten werden die Besucher noch vor Betreten der eigentlichen Kirche durch die bunten, seitlich angebrachten Fenster eingestimmt.

 

Über allem wird der Altarraum von einem Holzkruzifix dominiert. Es ist die Arbeit des Holzbildhauers Alfons Heimburger. Die Darstellung mit den fest am Kreuz verankerten Füßen und den freischwebenden Armen soll nicht mehr den Karfreitag, sondern bereits die Überwindung zur Auferstehung zeigen. Das Kruzifix entstand bereits 1954. Die Madonna, die an der Seitenwand steht, ist zweite Arbeit von Alfons Heimburger, die bei seiner Meisterprüfung als Holzbildhauer entstand.

 

2016 hat die Kirche anstelle der seitherigen elektronischen Orgel ein Pfeifenorgel erhalten, um die gute Akustik der Kirche so weiter aufzuwerten. Die Orgel stammt ursprünglich aus der Kirche Christi Himmelfahrt in Kempten, die geschlossen wurde. Die Orgel wurde technisch überholt, nachintoniert und mit drei neuen Registern versehen. Aus einer gebrauchten Orgel entstand so ein neues hochwertiges Instrument.


Text und Bilder Hans-Joachim Bosse
Quelle: Festschrift der katholischen Kirchengemeinde Zell zum 50. Jubiläum der Kirche

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